.: Lanmagic IT-Services      .: Dipl.Ing. (FH) Harald Antkowiak
BSI-Warnung (April 2026): Beispiellose Angriffswelle auf Smartphones – KI-generierte Nachrichten von Behörden und Banken kaum noch erkennbar. Sofortmaßnahme: Betriebssysteme aller Geräte jetzt aktualisieren!
Angriffe auf dt. Firmen (Feb. 2026): ∅ 1.345/Woche Anstieg ggü. Vorjahr: +11 % Cyberschäden 2025 weltweit: > 20 Mrd. $ Stand: 12. April 2026
.: IT-Sicherheit aktuell – April 2026
Monatlich aktualisiert: die wichtigsten Bedrohungen und Schutzmaßnahmen – aufbereitet für Anwender ohne IT-Studium. Alle Angaben ohne Gewähr. Bei Fragen sprechen Sie uns direkt an.
Weitere aktuelle Themen – April 2026
KritischRansomware Ransomware legt 80 % der niederländischen Krankenhäuser lahm – Warnung auch für DE

Am 7. April 2026 traf ein Ransomware-Angriff auf den Gesundheitssoftware-Anbieter ChipSoft die Systeme für elektronische Patientenakten in rund 80 % der niederländischen Krankenhäuser. Mindestens elf Einrichtungen mussten ihre Patientensysteme vom Netz nehmen. Die Wiederherstellung erforderte die Ausgabe neuer Zugangsdaten für Tausende Ärzte und dauerte Tage.

Ähnliche Angriffe auf Zulieferer und Softwareanbieter (sog. Supply-Chain-Angriffe) bedrohen auch deutsche Praxen, Kliniken und Unternehmen, die auf externe IT-Dienstleister setzen.

Was tun? Fragen Sie Ihren IT-Dienstleister aktiv nach dessen Sicherheitskonzept und Notfallplan. Kritische Systeme sollten netzwerksegmentiert sein – ein Angriff auf den Dienstleister darf Ihr System nicht automatisch mitreißen.
UpdatesWichtig Windows: Secure-Boot-Zertifikate laufen ab Juni 2026 ab – jetzt handeln!

Microsoft verteilt seit dieser Woche Updates für die Windows-Sicherheits-App, die den Status der Secure-Boot-Zertifikate anzeigen. Die ursprünglichen Zertifikate von 2011 laufen im Juni 2026 ab. Wird der Wechsel nicht rechtzeitig vollzogen, können Kompatibilitätsprobleme oder Sicherheitslücken entstehen. Ein grünes Symbol bedeutet: alles in Ordnung. Gelb oder Rot erfordert Handlung.

Zusätzlich wurde am 2. April der Windows-Exploit „BlueHammer" auf GitHub veröffentlicht, der eine Schwachstelle in Windows Defender Updates für Rechteausweitung nutzt – ein weiterer Grund, alle Windows-Updates sofort einzuspielen.

Was tun?
  • Windows Update ausführen: Start → Einstellungen → Windows Update → Nach Updates suchen
  • In der Windows-Sicherheits-App den Status bei „Sicherer Start" prüfen – grün = ok
  • Server-Administratoren müssen Secure-Boot-Updates manuell anstoßen
  • Microsoft April-Patchday: ab 14. April 2026 für Windows 10 / Server 2019 & 2022
DringendSmartphones Android Patchday April 2026: Kritische Lücken bei Google und Samsung – sofort updaten

Das BSI hat am 6. April 2026 Sicherheitshinweise für Google Android und Samsung Android veröffentlicht. Die Samsung-Lücken werden mit einem CVSS-Score von 9,8 (kritisch) bewertet und erlauben Remoteangriffe ohne Benutzerinteraktion. Google schließt mit dem April-Patchday ebenfalls mehrere Schwachstellen (CVSS 7,3 – mittel bis hoch).

Betroffen: alle Android-Geräte mit Sicherheitspatch-Level vor dem 1. April 2026.

Sofortmaßnahme für alle Smartphone-Nutzer:
Android: Einstellungen → Sicherheit → Sicherheitsupdates → Update jetzt installieren.
Samsung: Einstellungen → Gerätewartung → Softwareupdate → Herunterladen und installieren.
KritischSupply-Chain BSI: Supply-Chain-Angriff auf Trivy führt zu Kompromittierungen in Deutschland

Das BSI stufte einen Supply-Chain-Angriff auf das weit verbreitete Sicherheits-Scan-Tool Trivy als Bedrohungsstufe 2 (Hoch) ein. Angreifer hatten schadhaften Code in die Lieferkette des Tools eingeschleust, was zu Kompromittierungen in deutschen Unternehmen und Behörden führte. Supply-Chain-Angriffe treffen Opfer indirekt über manipulierte Software-Updates oder Tools, die sie täglich verwenden – oft ohne es zu merken.

Laut Check Point Security sind 40 % von 10.000 analysierten MCP-Servern (KI-Agenten-Infrastruktur) von Sicherheitslücken betroffen – ein neues, wachsendes Angriffsziel.

Empfehlung: Prüfen Sie, welche externen Tools und Dienste Ihre IT-Infrastruktur nutzt. Abonnieren Sie die BSI-Sicherheitsmitteilungen (kostenlos unter bsi.bund.de) und führen Sie Updates für alle Entwickler- und Sicherheitstools zeitnah durch.
BSI-NewsCloud BSI veröffentlicht C5:2026 – neuer Sicherheitsstandard für Cloud-Dienste

Das BSI hat den Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue (C5) in der Version 2026 veröffentlicht. Er ist seit 2016 der wichtigste deutsche Sicherheitsstandard für Cloud-Anbieter und -Nutzer und wurde nun um neue Anforderungen erweitert – insbesondere zu KI-Risiken und Lieferkettensicherheit.

Nutzen Sie Cloud-Dienste (z. B. Microsoft 365, Google Workspace, Dropbox)? Achten Sie darauf, dass Ihr Anbieter eine C5-Zertifizierung vorweisen kann. Das schützt Ihre Daten und hilft bei der NIS-2-Compliance.

Praktischer Tipp: Fragen Sie Ihren Cloud-Anbieter nach dem aktuellen C5-Testat. Ohne Nachweis sollten Sie prüfen, ob sensible Geschäftsdaten wirklich in diesem Dienst gespeichert werden sollten.
WarnungRouter / IoT Russisches GRU-Botnetz zerschlagen – aber Heimrouter bleiben Einfallstor

Internationale Strafverfolgungsbehörden zerschlugen Anfang April ein Botnetz des russischen Militärgeheimdienstes GRU (Gruppe APT28 / „Fancy Bear"). Die Angreifer hatten Sicherheitslücken in gängigen Heimroutern – u. a. TP-Link – ausgenutzt, um Anonymität für Spionageangriffe zu erlangen. FBI und NSA warnen: Die Gefahr ist nicht gebannt, Angreifer bauen solche Netzwerke ständig neu auf.

Schützen Sie Ihren Router:
  • Standard-Passwort des Routers sofort ändern (nicht „admin" / „1234")
  • Router-Firmware regelmäßig aktualisieren (Einstellungen des Routers aufrufen)
  • Fernwartungsfunktion deaktivieren, wenn nicht benötigt
  • IoT-Geräte (Smart-TV, Kameras etc.) in einem separaten WLAN-Netz betreiben
NeuPhishing Neue Hackergruppe UNC6783 umgeht 2FA per Live-Chat-Falle

Eine neue Angreifergruppe namens UNC6783 nutzt Live-Chat-Plattformen auf gefälschten Unternehmenswebseiten, um Mitarbeitende auf manipulierte Login-Seiten zu locken. Ihr Phishing-Kit liest dabei den Inhalt der Zwischenablage aus und kann so sogar Zwei-Faktor-Codes abfangen. Parallel taucht mit „STX RAT" eine neue Schadsoftware auf, die seit Februar 2026 den Finanzsektor im Visier hat und direkt im Arbeitsspeicher arbeitet, um Virenscanner zu umgehen.

Empfehlung: Geben Sie Login-Daten nur auf Seiten ein, deren Adresse (URL) Sie aktiv selbst in den Browser eingegeben haben – niemals über Links aus E-Mails oder Chat-Nachrichten. Nutzen Sie wo möglich Hardware-Sicherheitsschlüssel statt SMS-Codes.
BSI-Tipp BSI veröffentlicht sichere Konfigurationsempfehlungen für Datenbanken

Das BSI hat eine Sammlung sicherer Konfigurationsvorlagen für gängige Datenbanksysteme veröffentlicht – zunächst für MariaDB, MongoDB und Weaviate, weitere sollen folgen. Falsch konfigurierte Datenbanken sind einer der häufigsten Angriffspunkte, über die Kundendaten gestohlen werden.

Nutzen Sie eine dieser Datenbanken in Ihrem Unternehmen oder auf Ihrer Website? Lassen Sie die Konfiguration von Ihrem IT-Betreuer prüfen.

Kostenlose Ressource: Die BSI-Konfigurationsleitfäden sind frei unter bsi.bund.de verfügbar. Fragen Sie uns gerne nach einer Überprüfung Ihrer Datenbankumgebung.
Harald Antkowiak